Brusio, den 11. Dezember 2014 – AMAMONT am Jahrestag der Berge besagt:  Die Bergen sind menschlich zu erleben!

Dr. Plinio Pianta, Präsident AmAMont

Übersetzung von Romeo Kürsteiner

Einleitend müssen wir vorerst einmal mit Freude und Dankbarkeit feststellen, dass auch heute, trotz herrschender Krise, den Bergen weiterhin unschätzbare Quellen kraftvoller Ressourcen und Energien entspringen. Um diese zu kosten und zur Entfaltung zu bringen, ist aber das respektvolle Erleben, durch ein eigentliches Leben in den Bergen unumgänglich.

Die CIPRA   (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) weist aber auf das Thema der Biodiversität/Artenvielfalt der Berge hin und meint, dazu gehörten auch die Grossraubtiere. Sie verwechselt aber „nur“ das Jahrhundert: im 19.ten Jahrhundert gab es die Grossraubtiere Bär, Wolf, Luchs in unsere Alpen. Schon damals war ein normales Zusammenleben mit den Alpenland-bewohner nicht möglich…heute umsomehr: nicht mehr!

img_11_12_2014

Alp San Romerio

 Insbesondere, wer diese Erfahrung, in den Bergen zu leben, gemacht hat, ist zweifellos besser als andere in der Lage eine objektive Beurteilung dessen zu geben, was sich an Positivem wie auch an Negativem in unseren Bergen und Alpen abspielt.

Um das Reichtum an Natur der Berge zu erleben und diese mit Respekt zu nutzen oder, auch um dorthin zurückzukehren, muss man aber auf alle einseitigen, theoretischen und widersprüchlichen Projekte, welche sich krass gegen die Natur der Berge stellen, verzichten. Unter Anderem, zum Beispiel, gerade auf die Pläne zur Wiedereinführung der Grossraubtiere in den Bergen des europäischen Alpenraumes!

Nur schon der Ausdruck „Wieder-Einführung von Grossraubtieren“ deutet schon allein für sich an, dass solche animalistische Projekte aus einer künstlichen und abstrakten Sichtweise gezeugt wurden.. Zweifellos ein theoretischer, mit „Wehmut angehauchter revival“, welcher die gegenwärtig offensichtliche und effektive Realität der Bergwelt respektlos außer Acht lässt!

Dass ein Zusammenleben der Bergbevölkerung und ihren Haustieren mit den Grossraubtieren nicht möglich ist, ist nicht nur eine subjektive Ansicht der Bergbevölkerung, sondern die traurige Realität, die künstlich und unnötig von derartigen „Grossraubtierförderer“ herbeigeführt wurde

Die rasch zunehmenden Konflikte mit ernsten Folgen, wie: Bedrohungen, Angriffe, Raubzüge auf Haustiere (nicht nur auf Schafe und Geissen, sondern auch auf Rinder- und Pferdeherden, wie das zum Beispiel im vergangenen Jahr in Lessinia oder im Piemont geschah) sogar letztlich die schwerwiegenden Folgen durch Angriffe auf Menschen (nicht nur im Trentino -Pinzolo docet-, aber auch in Österreich: ernste Verletzungen eines Bauern mit seiner Herde durch einen Bären) sind leider nackte Tatsachen und zugleich ueberwältigende  Beweise, dass ein solches Zusammenleben zwischen Bergbewohnern und Grossraubtieren, wie dies von den Grossraub-Tierfreunden vorgeschlagen wird, nicht akzeptiert werden kann.

Unser Verein zugunsten der Berge, eben AmAMont..Freunde der Berge und der Alpen, hat volles Respekt für die Natur der Berge: sowohl für die Flora als auch für die Fauna der Bergwelt…. jedenfalls beweisen die Grossraubtiere selbst, welche auf unseren Berge wieder-eingeführt wurden, und zwar durch ihr eigenes artfremdes und uncharakteristisches Verhalten, dass die Welt des Alpenraumes nicht ihrem natürlichen Lebensraum entspricht.

Sofern wir wirklich das Gute für die Berge anstreben, müssen wir davon absehen, unsinnige Pläne vorzuschlagen, sei es weil diese unnützlich, teuer und nicht zuletzt heuchlerisch sind… wie das Aussetzen von GrossraubTieren, welche klar beweisen, dass sie sich im Alpenraum nicht wohl fühlen!

Share This