Brusio, den 19.02.2015 – Die grösste europäische Organisation zur Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen der COPA und die allgemeine alle umfassende Organisation der Landwirtsschafts-genossenschaften der europäischen Union COGECA mussten zur Kenntnis nehmen, dass die europäische Kommission die grossen Sorgen der Landwirte in Europa gar nicht zur Kenntnis nimmt, sodass diese Organisationen der Landwirtschaft sich entschieden, die europäische Diskussionsplattform über Grossraubtiere zu verlassen. Dieser Entscheid dürfte wohl auch der Berglandwirtschaft zu Gute kommen, zu Gunsten welcher sich AmAMont einsetzt.

Copa-Cogeca zog sich heute aus der EU-Plattform zurück, in deren Rahmen Lösungen für die sich aus den Angriffen von großen Beutegreifern (Wölfe, Braunbären, eurasischer Luchs und Vielfraß) auf Betriebe der Viehzucht ergebenden Konflikte gefunden werden sollten, und warnte, dass die Bedenken der Landwirte ignoriert würden und deren Lebensgrundlage aufs Spiel gestellt werde. In Europa gibt es insgesamt 17.000 Bären, 12.000 Wölfe, 9.000 eurasische Luchse und 1.000 Vielfraße in ländlichen Gebieten, in denen die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit darstellt.

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Der Generalsekretär von Copa-Cogeca, Pekka Pesonen, warnte: „Die Europäische Kommission schenkt den Bedenken der Landwirtschaft kein Gehör. Daher haben wir uns entschieden, uns aus der Plattform zurückzuziehen. Wir waren dieser Plattform zur Koexistenz von Menschen und großen Beutegreifern beigetreten, da wir daran glaubten, dass sie bei der Lösung der Probleme helfen könnte. Es wurden jedoch keine Lösungen gefunden. Die Plattform konzentriert sich auf gute Praktiken für den Schutz großer Beutegreifer und ist nicht darauf ausgelegt, Lösungen für eine Verbesserung der Situation der lokalen Landbevölkerung zu finden. Das ist nicht hinnehmbar. Die Zahl der Angriffe auf Viehzuchtbetriebe nimmt zu, insbesondere in Ländern wie Frankreich, Finnland und Schweden, was zu deutlichen Einbußen bei Produktion und Einkommen führt und somit die Lebensgrundlage der Landwirte gefährdet.“

Er fuhr fort: „Der starke Schutz dieser Arten beginnt, eine Gefahr für Grünland mit großer biologischer Vielfalt darzustellen, das durch Beweidung erhalten wird und von dem viele andere geschützte Arten abhängig sind. Die Umsetzung der EU-Habitatrichtlinie wird zu einem Hindernis wenn es darum geht, Konflikte, die sich aus der Präsenz großer Beutegreifer ergeben, zu lösen. Wenn man sich ansieht, wie die EU-Habitatrichtlinie sich entwickeln kann, ist es essenziell, das dynamische Wachstum großer Beutegreifer in vielen Regionen der EU zu berücksichtigen. Sich allein auf Schutzmaßnahmen zu konzentrieren ist keine Option mehr. Es müssen Lösungen gefunden werden.“

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